Pflanzenbasierte Ernährung in der Lebenswelt Krankenhaus und anderen Gesundheitseinrichtungen

Im Auftrag der BKK ProVita entwickelt a’verdis in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Krankenhausinstitut einen Leitfaden zur „Ausweitung einer nachhaltigen, pflanzenbasierten Ernährung in der Lebenswelt Krankenhaus und anderen Gesundheitseinrichtungen“.

Das Projekt zielt darauf ab, Krankenhäusern, Gesundheitseinrichtungen und Caterern praxisorientierte Informationen zur Einstellung der (eigenen) Küche auf ein stärker pflanzenbetontes und damit nachhaltiges Verpflegungsangebot zu vermitteln.

Es wird ein praxisorientierter Leitfaden entwickelt, der interessierten Einrichtungen mit Informationen und Hilfestellungen anschaulich aufzeigt, wie die eigenen Verpflegungs-leistungen im Sinne einer nachhaltigen, pflanzenbasierten Ernährung ausgeweitet oder umgestellt werden können. Im Leitfaden werden Vorteile und Gründe einer entsprechenden Ernährung erläutert und Vorschläge für die konkrete Gestaltung und Umsetzung eines entsprechenden Speisenangebotes mit Hilfe von Checklisten und konkreten Tipps praxisorientiert dargestellt und damit eine wertvolle Hilfestellung bei der Umstellung von Speiseplan, Prozessen und Einkauf unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit geboten.

Die Maßnahme richtet sich in der Umsetzung vor allem an das Krankenhaus- und Kantinenmanagement, das eine gesündere, genesungsfördernde, pflanzenbasierte Ernährung für Patientinnen und Patienten anstrebt. Außerdem profitieren Krankenhaus-angestellte, die in der Kantine speisen, von einem erweiterten Speisenangebot (als Ergänzung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement).

Verhaltensprävention:

Den Patientinnen und Patienten soll über täglichen Genuss und eine praxisorientierte Ernährungsberatung die Vorteile einer pflanzenbasierten Kost nahegebracht werden. Da bei einem Viertel der Patientinnen und Patienten bei Aufnahme ins Krankenhaus eine Mangelernährung vorliegt, soll der generelle Ernährungszustand optimiert oder einer Verschlimmerung vorgebeugt werden. Die Patientinnen und Patienten sollen Eigenkompetenz entwickeln, die für sie richtige, wohlschmeckende, Ernährungsweise zu finden. Darüber hinaus sollen sie unterstützt werden, eine gesunde, vollwertige und stärker pflanzenbasierte Kost in ihren Lebensalltag zu integrieren.[1]

Verhältnisprävention:

Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen spielen im Rahmen einer nachhaltigen, pflanzenbasierten Ernährung eine große Rolle. In vielen Gesundheitseinrichtungen, aber besonders auch außerhalb des Gesundheitssektors, gibt es bereits innovative und originelle Ansätze eines nachhaltigen, pflanzenbasierten und vollwertigen Verpflegungsangebotes. Nach wie vor gibt es aber auch Vorbehalte und Hemmnisse, eine entsprechende Verpflegung anzubieten, die häufig mit zu hohen Kosten, Probleme bei der Anwendbarkeit, der Hygiene oder der Prozessumstrukturierung begründet werden.

[1] vgl.: GKV-Spitzenverband, Leitfaden Prävention, Berlin 2018, S.69 Fußnote 105 und Seite 69 ff. Leistungen zur individuellen verhaltensbezogenen Prävention nach § 20 Abs. 4 Nr. 1 SGB V. „Für sich vegan ernährende Versicherte sind spezifische Angebote zur Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung sinnvoll.“ „Zur Verbesserung der Ernährungssituation sind Verhaltensänderungen in der Bevölkerung in Richtung einer fleischreduzierten (auch: gänzlich auf Fleischkonsum verzichtenden) sowie fett-, zucker- und salzärmeren und gleichzeitig vitamin-, mineralstoff- sowie ballaststoffreicheren Ernährungsweise erforderlich.“

Am 21. Februar 2019 wird in Berlin ein Expertenforum stattfinden, bei dem wir zusammen mit erfahrenen Akteuren des Marktes an der Entwicklung eines Leitfadens arbeiten werden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier